Mondstraße
Der Balkon, auf dem im Sommer 2003 die Idee Form annahm. Ein einziges Glas Wein hat hier mehr bewirkt als manche Förderlinie.
Von einem Balkontreffen an der Mondstraße bis zu zwei Schulen unter einem Dach. Eine Chronik in zwanzig Jahresringen.
Anders zu sein, ist bei uns wirklich „normal". Jeder ist so, wie er ist. Ganz normal anders eben.— aus unserem Schulleben
Wir lassen die Meilensteine sprechen. Die Alltagsdetails — Hitzefrei, Karnevalskuchen, Läusebriefe — stehen zwischen den Zeilen.
Zwei Lehrerinnen und eine Erzieherin entscheiden, eine Montessori-Schule in Münster zu gründen. Vier Wochen später trifft sich erstmals die zehnköpfige Gründungsinitiative im Montessori-Zentrum der Uni Münster.
„Montessori-Schule Münster e.V." nimmt Form an. Sechs Personen im Vorstand, kontrolliert durch einen Aufsichtsrat. Erster Zeitungsbericht. Erster Kontakt zur Bezirksregierung im Juli.
Die Fördergemeinschaft entsteht — sie wird die einkommensabhängigen Beiträge tragen, die das System erst möglich machen. Im November läuft das Aufnahmeverfahren in der Turnhalle des Montessori-Kindergartens Pötterhoek.
36 Kinder. Zwei altersgemischte Klassen. Endgültige Genehmigung als staatlich anerkannte Ersatzschule am 26. Juli. Vorher: Möbel-Abholtour von Eltern quer durchs Münsterland. Im November: offizielle Einweihung mit Tag der offenen Tür.
Ab dem 22. Januar kocht der Bioladen CousCous in der Schule — bis heute. Erste Schulbegleiterin (deren Kind heute selbst hier ist). Im November der erste Licht-Bazar — seitdem alle zwei Jahre.
Die Grundschule ist im Endausbau. Eltern und Pädagog·innen beginnen mit der Planung der weiterführenden Schule — Antrag auf Gesamtschul-Genehmigung im November.
25 Schüler·innen im 5. Jahrgang. Genehmigung kam mit Auflage zur Zweizügigkeit — gegen die Schule klagen wird. Im November: erstes Schullied („Montessori — wird unsere Schule genannt") und erste Teilnahme am FörderForderProjekt des ICBF.
Französisch als zweite Fremdsprache ab Klasse 7. Erste Logo-T-Shirts. Erste „Hitzefrei"-Entscheidung am 30. Juli. AG-Angebot wächst auf vierzehn — Start 2007 mit drei.
Die Schulzeitung läuft an, herausgegeben von Schüler·innen. Wöchentliche Emshof-Fahrten für den siebten Jahrgang. Ganztag der Gesamtschule wird genehmigt und refinanziert.
Im Preußenstadion. Seitdem alle zwei Jahre, immer für ein eigenes und ein gemeinnütziges Projekt. Spanisch als dritte Fremdsprache ab Klasse 9. Im November der erste Flohmarkt.
Im April: Einzügigkeit endgültig durchgesetzt — die Schule darf bleiben, wie sie geplant war. Im September dann der Schulentwicklungspreis „GUTE GESUNDE SCHULE" der Unfallkasse NRW. Inklusion-Strategietag im Juni: „Eine Schule für alle".
Die umgebaute Elisabethkirche wird zur Schulturnhalle. Großer EG-Umbau, dritter Stock mit Klassenräumen und Selbstlernzentrum. Ab August offiziell: bis Klasse 9 keine Ziffernnoten.
Nach zehn Jahren verlässt der erste Jahrgang die Gesamtschule. Die zentralen Abschlussprüfungen liegen über dem NRW-Schnitt — und bleiben es in den Folgejahren.
Erstes Jubiläum. Aufnahme geflüchteter Schüler·innen. 400+ Hospitanten pro Jahr. Im Dezember die Weihnachtsfeier mit über 80 Personen — Lehrkräfte, Schulbegleitung, Therapeut·innen, FreieZeit-Team.
Alle Jahrgänge gemeinsam, ein Thema. Ab Sommer beginnen die Überlegungen zur Weiterentwicklung der Gesamtschule.
Auszeichnung der FIEGE-Stiftung für unser Umwelt-Engagement. Eine Schulentwicklungsgruppe arbeitet seit Anfang 2024 an einem institutionellen Schutzkonzept.
Aus dem Balkongespräch der Mondstraße ist eine Schule mit zwei Stufen, etwa 260 Kindern und Jugendlichen, einem multiprofessionellen Team und einer eigenen Turnhalle geworden. Termine zum Jubiläumsjahr folgen.
Wenn Sie zu denen gehören, die das mitgetragen haben — als Eltern, Lehrkraft, Spender·in, Schüler·in oder Schulbegleitung: Danke.
Eine Schule entsteht nicht im luftleeren Raum. Vier Adressen, die die Chronik unterschreiben:
Der Balkon, auf dem im Sommer 2003 die Idee Form annahm. Ein einziges Glas Wein hat hier mehr bewirkt als manche Förderlinie.
Die Turnhalle des Montessori-Kindergartens, in der 2005 das erste Aufnahmeverfahren lief. Vor der eigenen Adresse: das Pflegeheim für die Kinder-Träume.
Erste Adresse der Grundschule ab August 2006. Vermieter: Dr. Benedikt & Dr. Eduard Hüffer — Vertrag in der „Blechtrommel" am Hansaring.
Heute. Mit Elisabethkirche-Turnhalle. Aus Klassenräumen, Lehrer-Büro und „Blauem Saal" wurden über die Jahre vier Stockwerke voll Schulleben.
2014 zur Turnhalle umgebaut. Wo früher Choräle, heute Bockspringen. Wir finden, das passt zusammen besser, als es klingt.
Bauernhof-Schule, jeden Mittwoch ab Klasse 7. Hofkühe, Kompost, Strohballen — Münsteraner Erdung im Kosmos der „Kosmischen Erziehung".
Falls Sie selbst Teil dieser Chronik waren — als Schüler·in, Eltern, Lehrkraft, Schulbegleitung — und Material, Fotos oder Erinnerungen beisteuern möchten: info@montessori-muenster.de. Die Chronik wächst weiter.