Wie wir lernen

Hilf mir, es selbst zu tun.

Diese Bitte eines Kindes wurde zu Maria Montessoris Leitmotiv — und ist seit 2006 das Fundament unserer Schule.

Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld, meine Wege zu begreifen. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen.
— Maria Montessori

Das Kind als Bildner seiner Persönlichkeit

Maria Montessori sieht jedes Kind als Einheit von Körper, Geist und Seele. Die Entwicklung zum Erwachsenen leistet nicht die Erzieherin oder der Erzieher — es ist das Kind selbst, das sie vollbringt. Wir bereiten den Rahmen.

Ihre Pädagogik orientiert sich am Kind mit seinen Bedürfnissen nach spontaner Aktivität, Selbstbestimmung und dem Streben nach Unabhängigkeit. Über fünfzig Jahre lang beobachtete Montessori Kinder, interpretierte ihr Verhalten und zog daraus pädagogische Schlüsse, die heute weltweit gelten.

Der Umgang aller an unserer Schule beteiligten Pädagog·innen, Kinder und Eltern ist geprägt durch Achtung — vor dem Kind, vor den Menschen untereinander, vor der Schöpfung und durch die Einsicht in die Gleichwertigkeit aller.

Vier tragende Säulen

Was Montessori im Alltag heißt

Vier Konzepte, die aus dem Buch in den Schultag übersetzt sind — und die bei uns seit zwanzig Jahren gelebte Praxis sind.

Freiarbeit

Lange ungeteilte Arbeitsphasen am Vormittag. Jedes Kind wählt selbst: was es bearbeitet, mit wem, wie lange — innerhalb klarer Vereinbarungen. Lehrkräfte begleiten, beobachten, geben Einführungen.

Tiefer in die Freiarbeit

Vorbereitete Umgebung

Räume und Materialien sind so gestaltet, dass das Kind selbstständig handeln kann. Es findet, was es braucht — und kann allein damit arbeiten. „Schlüssel zur Welt", nicht die Welt selbst.

Mehr zum Material

Jahrgangsmischung

Drei Jahrgänge in einer Klasse. Die Älteren erklären den Jüngeren, die Jüngeren wachsen mit. Ein natürliches Helfersystem, in dem jedes Kind beide Rollen durchläuft — Helfende und Hilfesuchende.

Wie das funktioniert

Kosmische Erziehung

Die Welt als großes Ganzes denken — vom Universum bis zum Bohnenkeim. Lernen ergibt Sinn, weil alles zusammenhängt. Die Hand „ergreift Besitz von der Umwelt", schreibt Montessori. Bei uns: ein Stück mehr jeden Tag.

Maria Montessoris Idee
Entwicklung

Sensible Phasen

Montessori beschrieb vorübergehend bestehende Zeitfenster, in denen Kinder besonders empfänglich für ein bestimmtes Lernen sind: für Sprache, für Zahlen, für Bewegung, für soziale Regeln.

Wann sie auftreten und wie lange sie dauern, ist von Kind zu Kind verschieden. Genau deshalb wählen Kinder bei uns selbst, woran sie arbeiten — sie spüren, was gerade dran ist. Unsere Aufgabe ist, das passende Material bereitzuliegen zu haben.

„Durch die Atmosphäre der Ruhe, durch die Freiheit, die man ihm lässt, erwacht im Kind wieder eine spontane Aktivität. Es fängt an, freudig und konzentriert zu arbeiten." Maria Montessori, 1985
Goldene und farbige Montessori-Perlenketten zu Zahlen
Zahlen zum Anfassen
Über die Begründerin

Maria Montessori (1870–1952)

Italienische Ärztin, Anthropologin, Pädagogin. Erste Frau, die in Italien promovierte. Drei Mal für den Friedensnobelpreis nominiert.

Biografie

Vom Medizinstudium über die Arbeit mit „Schwachsinnigen-Kindern" bis zur Casa dei Bambini in San Lorenzo, Rom.

Lebenslauf

Die Idee

Was Montessori vom Lernen verstand und warum ihre Beobachtungen heute noch tragen.

Kerngedanken

Erfahrungen mit Kindern

Konkrete Szenen: das polarisierte Aufmerksamkeit-Phänomen, das Kind, das nicht aufhören wollte zu zählen.

Beobachtungen
Sieben Begriffe

Glossar

Die wichtigsten Wörter aus dem Montessori-Vokabular, in einem Satz.

Freiarbeit
Lange ungeteilte Arbeitsphasen am Vormittag, in denen jedes Kind selbst wählt: allein, zu zweit, in Gruppen.
Vorbereitete Umgebung
Räume und Materialien so gestaltet, dass das Kind selbstständig handeln kann. Ohne Lehrer-Bitte.
Material
Vom rosa Turm bis zur Perlenkette. Isoliert einen Begriff, ist schön, korrigiert sich selbst.
Sensible Phasen
Zeitfenster, in denen ein Kind besonders empfänglich für ein bestimmtes Lernen ist.
Jahrgangsmischung
Drei Jahrgänge in einer Klasse — Ältere erklären, Jüngere wachsen mit.
Polarisation der Aufmerksamkeit
Der Moment tiefer, freudiger Konzentration. Montessoris Schlüssel-Beobachtung.
Kosmische Erziehung
Die Welt als großes Ganzes denken. Von der Galaxie bis zur Bohne — alles hängt zusammen.

Klingt nach Ihrer Schule?

Die Pädagogik in Reinform sieht man nur, wenn man sie sieht. Kommen Sie zu einer Hospitation oder zu einem Info-Abend — oder lesen Sie weiter: Freiarbeit, unsere Schulen, Anmeldung.